Heimische Flusskrebse in NRW

Früher lebten Flusskrebse in den meisten Binnengewässern Mitteleuropas. Auch die Bäche, Flüsse und stehenden Gewässer im heutigen Nordrhein-Westfalen wurden in ihrer Mehrzahl von ihnen besiedelt, oftmals in hohen Bestandsdichten. Flusskrebse gehören damit zum natürlichen Arteninventar unserer Gewässer.

Edelkrebs Foto: M. Möhlenkamp

Die ausgedehnten und individuenreichen Flusskrebsbestände vergangener Zeiten wurden im Wesentlichen durch den Edelkrebs gebildet, der auch als Europäischer Flusskrebs bezeichnet wird. Vor allem sein wohlschmeckendes Fleisch machten ihn in den vergangenen Jahrhunderten zu einem begehrten Nahrungsmittel, erschwinglich für Jedermann.

Eine zweite Flusskrebsart, der Steinkrebs, kam zeitgenössischen Aufzeichnungen zufolge schon früher in dern südlichen, gebirgigen Teilen Nordrhein-Westfalens vor. Die wenigen, teilweise erst in jüngster Zeit entdeckten Vorkommen sind ein deutlicher Hinweis, dass diese Art tatsächlich (noch) in NRW heimisch ist.


Edlekrebs Foto: Ch. Lukhaup

Die Bestände der heimischen Flusskrebsarten sind in den letzten 100 Jahren stark zurück gegangen. Beim Edelkrebs muss sicherlich von einem dramatischen Einbruch gesprochen werden. Auch vom Steinkrebs sind in NRW nur noch zwei kleine Vorkommen im äußersten Süden NRWs bekannt. In der Südhälfte Deutschlands und im Alpenraum kommt die Art dagegen noch vergleichsweise häufig vor.

Aufgrund dieser Bestandssituation und der anhaltenden Gefahren gilt der Edelkrebs in unserem Land als stark gefährdet. Der Steinkrebs ist in NRW akut vom Aussterben bedroht. Beide Arten sind gemäß FFH-Richtlinie europaweit geschützt (Infos dazu beim MKULNV NRW).


 

nach oben