Exotische Krebsart im Briloner See: Gefahr für Edelkrebs

Der WDR hat einen Artikel zur Bedrohung des größten Edelkrebsvorkommens NRW veröffentlicht.

WDR Bericht vom 05.05.2017

Exotische Krebsart im Briloner See: Gefahr für Edelkrebs

Von Corina Wegler-Pöttgen

  • Größtes Edelkrebsvorkommen NRW's bedroht
  • Wolfgangsee soll zugeschüttet werden
  • Menschen sollen bei Bürgerversammlung informiert werden


Um die Signalkrebse und deren Brut abzutöten, soll der See zugeschüttet werden. Die EU stuft die Krebse, die ursprünglich aus Nordamerika stammen, als invasive Art ein. Sie breiten sich stark aus und sind Überträger der so genannten Krebspest - eine Pilzerkrankung, die heimische Krebsarten tötet. Nur dem Signalkrebs kann der Pilz nichts anhaben: er ist dagegen resistent.

Krebse sind wanderfreudig

Wie die Signalkrebse in den Wolfgangsee gekommen sind, ist unklar. Experten fürchten jetzt, dass die gefährlichen Krebse von dort in die Aabachtalsperre bei Bad Wünnenberg im Kreis Paderborn wandern. Dort leben mehrere hunderttausend Edelkrebse – das größte Vorkommen dieser Art in ganz Nordrhein-Westfalen.

"Der Signalkrebs würde in der Aabachtalsperre eine ökologische Katastrophe anrichten", sagt Naturschützer Ulrich Prolingheuer vom Hochsauerlandkreis. Der Krebs sei in der Lage, ein Stück über Land zu wandern. Außerdem könne er über verschiedene Zuflüsse schnell in die Talsperre gelangen.

Gift ist keine Möglichkeit

Die Untere Landschaftsbehörde beim Hochsauerlandkreis schlägt vor, den Wolfgangsee zuzuschütten. Nur so könnten die Tiere bekämpft werden. Gift sei dagegen keine Lösung, weil es auch andere heimische Arten vernichten wird.

Der Kreis hält es aber für machbar, den See nach einigen Monaten wieder auszubaggern. Immerhin ist er bei den Bürgern in Madfeld als Naherholungsgebiet beliebt. Sie sollen bei einer Bürgerversammlung informiert werden, was geplant wird - das hat der Haupt- und Finanzausschuss in Brilon am Donnerstag (04.05.2017) empfohlen.

 

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